Abschied vom Regietheater (“sag leise servus…”) Teil 1

 

 

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Gute Ideen, neue ideen entstehen vor allem während des Probens. Sie kommen von den Sängern, aus dem Chor und manchmal sogar vom Regisseur. Wichtig ist die Flexibilität des Grundkonzepts. Man könnte sogar sagen, dass diese Flexibilität das Konzept sein sollte.

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Ich wurde ich einmal in Bonn nach einer Publikumsmatinee von einem älteren Herrn gefragt, was denn nun eigentlich mein Konzept sei. In welcher Zeit die Inszenierung spielt etc.  Als ich ihm erklärte, dass mein Konzept sei die Oper auf die Bühne zu bringen war er recht ungehalten und insistierte, dass ja nur das Verpflanzen in unsere oder eine der unseren nahe Zeit dem Stück Sinn geben würde .

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Wonach er suchte war ein REGIE-EINFALL. Oder der “Zugang”, “Lesart” etc. Erstaunlich ist die Vorhersehbarkeit und Langeweile, die damit erzeugt wird. Konzertante Aufführungen sind da manchmal spannender… Warum?

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Natürlich gibt es “Regie-Einfälle” und manmal sogar gute. Aber sie entstehen meistens nicht bei Kaffe und Kuchen zwischen Regisseur und Bühnenbildner, sondern in der Arbeit mit den Sängern. So wie die Figuren auch in der Arbeit mit den Sängern entstehen und nicht vorher.
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Und die spannensten Momente sind manchmal die Verweigerungen der Sänger: So wie neulich in Düsseldorf, als sich in einer ziemlich dämlichen Lohengrin- Inszenierung auf einmal im 3. Akt ein magisches Liebesduett aus der Regie-Ödnis erhob und das tatsächlich nicht von der Regie, sondern von den Sängern in vollständiger Ignorierung des “Konzeptes” selbst inszeniert worden war. Der Leser ahnt, dass das der beste Moment in der szenisch hirnrissigen Veranstaltung gewesen war.
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Das, was man in angelsächsischen Euro Trash nennt hat hier seine Wurzel. Der Einfall, der die ganze Inszenierung definiert, verortet etc. Die ungefähre Metapher… Der unscharfe Regiestrohhalm nach dem man greift…

Die vage Assoziation!

(Ende 1. Teil… der 2. folgt wahrscheinlich bald. Oder auch nicht. Mal sehen…Empfohlen sei auf jeden Fall das Zeit Interview mit Barrie Kosky, der das Ganze ziemlich cool auf den Punkt bringt)

 

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One thought on “Abschied vom Regietheater (“sag leise servus…”) Teil 1

  1. Ab einem gewissen Zeitpunkt im Probenplan sollte dann aber an den Abläufen nichts (zumindest nichts wesentliches) mehr geändert werden, denn eine gewisse Zeit an Wiederholungen im Probenablauf sorgt bei den Nicht-Hauptamtlichen Akteuren, Chorsängerinnen und -Sängern für Sicherheit und für ein anschließend “leichtes” Spiel auf der Bühne, wenn man sich ausschließlich um seinen Text und seine Melodie zu kümmern hat und der szenische Ablauf quasi von alleine dabei mitschwingt. Aber wie mir scheint, wird das mit Ihnen gelingen, weil Sie bei allem Ernst doch immer auch eine gute Mischung aus Motivation für alle Akteure bereithalten, so dass der Spaß auch immer Platz hat. Das gefällt mir sehr gut. Gutes Gelingen also weiterhin und für den 25.10. dann toi, toi, toi.

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